Der 26. Februar 2026 war in zweifacher Hinsicht eine Premiere für die Gemeinde Ochsenfurt. Apostel Arne Herrmann feierte zum ersten Mal einen Gottesdienst in der Lindhardstraße nach der Zusammenführung mit der ehemaligen Partnergemeinde Kitzingen. Und zum ersten Mal wurde von Ochsenfurt aus eine kirchliche Veranstaltung über das neue IPTV-Portal ausgestrahlt, damit kranke und betagte Brüder und Schwestern über das Internet teilnehmen konnten. „Es war schön, dass wir dabei sein konnten und den Gottesdienst miterleben durften.“ Das war die begeisterte Reaktion in einer E-Mail an die Verantwortlichen noch am selben Abend.
Der Apostel wählte ein Bibelwort als Grundlage der Predigt aus dem ersten Buch der Könige:
„Und der Engel des Herrn kam zum zweiten Mal wieder und rührte ihn an und sprach: Steh auf und iss! Denn du hast einen weiten Weg vor dir.“ (1. Kön. 19, 7)
Zu Beginn seiner Ausführungen ging Arne Herrman auf das gerade verklungene Chorlied ein, „Ins Wasser fällt ein Stein“ (JLB 96b), und hob die Bedeutung der Liebe Gottes für uns hervor, die in der dritten Strophe besungen wurde: „Nimm Gottes Liebe an. Du brauchst dich nicht allein zu mühn …“ Diese Liebe habe der Prophet Elia erlebt, von dem das Bibelwort berichtet. Nach dem Gottesurteil auf dem Berg Karmel und dem erfolgreichen Kampf gegen die Baalspriester sei Elia selbst zum Opfer der Verfolgung geworden, fürchtete um sein Leben und wollte aufgeben, bis ihn Gott für seinen weiteren Weg stärkte.
Auf unser Leben bezogen, zeige uns diese Geschichte, dass auch wir einmal an die Grenzen unseres Vermögens und unseres Glaubens kommen könnten. Der Himmlische Vater lasse uns aber in seiner Liebe nicht zuschanden werden, sondern verleihe uns Weisheit und Kraft von oben, um auch in schwierigen Lebenssituationen nicht aufgeben zu müssen. Allerdings nehme er weder unsere Probleme weg, noch löse er sie für uns. Das müssten wir selbst machen.
Nach einem Predigtbeitrag des Bezirksvorstehers Richard Bauer zog der Apostel in seiner Hinführung auf die Feier des Heiligen Abendmahls noch eine weitere Parallele zum Bibelwort: So wie der Engel Gottes dem Elia Brot und Wasser gebracht habe, um ihn zu stärken, dürften wir nun in Brot und Wein den Leib und das Blut Christi im Glauben empfangen, die göttliche Kraft für unseren weiteren Glaubens- und Lebensweg.
Mit dem Lied „Bewahr auf deinen Wegen“ (Singt dem Herrn, Bd. 2, Nr. 8), setzte der Chor den passenden Schlusspunkt für diesen denkwürdigen Gottesdienst.
Text: B.-U. Groß
Fotos: S. Römer