Am 24. Dezember 2025 um 15 Uhr wurde zum ersten Mal in der neuapostolischen Kirchengemeinde Würzburg eine Familienandacht zur Einstimmung auf den Heiligen Abend durchgeführt. Anschließend gab es die Möglichkeit, bei Punsch und Gebäck noch etwas Zeit miteinander zu verbringen. Zu der Andacht waren die Gemeinden Karlstadt und Ochsenfurt sowie die Anwohner aus der Nachbarschaft eingeladen. Und etliche nahmen die Einladung an.
Die Andacht stand unter dem Motto „O Freude über Freude“. Die Beiträge wechselten zwischen Texten und Musik zum Zuhören, einem Beitrag für die jüngeren Teilnehmer, gemeinsam gesungenen Liedern und einem Beitrag, bei dem man selbst aktiv werden konnte.
Bereits beim Eintreffen wurden die Teilnehmer in festliche Stimmung versetzt: Ein Lichterweg führte die Treppe hinauf in den Gottesdienstsaal, der nur von Kerzen erleuchtet war. Für die Kleinen lagen nahe beim Altar Kissen bereit, auf denen sie bequem alles aus nächster Nähe erleben konnten.
Laut erklang zu Beginn das gemeinsam gesungene Lied „O du fröhliche“.
Bischof Marco Metzger sprach das Eingangsgebet und begrüßte die Anwesenden. Er las einen Text der christlichen Autorin Andrea Schwarz vor und erläuterte, dass es heutzutage nicht um spektakuläre Gotteserfahrungen gehe, sondern um einen Blickwechsel.
Wir können Gott im Kleinen sehen
Gott zeigt sich dort, wo Menschen einander auf Augenhöhe begegnen.
Nach einer von einem Querflöten-Ensemble gespielten Hirtenweise begrüßte die Moderatorin im Namen der Akteure die Anwesenden mit den Worten „Wir möchten Ihnen Freude schenken und uns gemeinsam auf den Ursprung der großen Freude besinnen“.
Dann gab es eine Einführung zu dem Lied „Maria durch ein‘ Dornwald ging“, das früher als Wallfahrtslied gesungen wurde. Der Dornwald und die Dornen stehen für die Widrigkeiten und Verletzungen, die wir auf unserem Lebensweg erfahren, die Rosen für das Glück, die Freude, den Segen, die wir erleben können, wenn wir Jesus in uns tragen. Nach der Einführung wurde das Lied von einer Sängerin und einem Sänger vorgetragen.
Als Jesus auf die Welt kam, wurde er nicht von vielen Menschen erwartet. Die meisten Menschen schliefen in dieser Heiligen Nacht, die voller wundersamer Ereignisse war. Die Himmel öffneten sich und singende, musizierende Engel erfüllten mit ihrem Jubel die Nacht.
Drei „Gemeinde-Engel“ taten es ihnen gleich und spielten Gott zur Ehre und den Anwesenden zur Freude mit Horn und Trompete „Hört, die Engelschöre singen“ und „Stern über Bethlehem“.
Mit dem gemeinsam gesungenen Hirtenlied „Was soll das bedeuten“ wurden die Kleinen und Großen auf die Geschichte „Die vier Lichter des Hirten Simon“ eingestimmt, die mit dem Kamishibai-Theater erzählt wurde. Der kleine Hirte Simon verliert ein Lämmchen und begibt sich auf die Suche nach ihm. Auf seinem Weg hat er ein offenes Herz für die Nöte anderer und hilft, wo er kann. Dabei verschenkt er ein Licht nach dem anderen. Als er endlich sein Lämmchen in einem Stall findet, bei einer Krippe mit einem kleinen Kind darinnen, schenkt er sein letztes verbliebenes Licht dem Kind.
„O Freude über Freude“, so drückt eine kleine Chorgruppe die Erlebnisse und Gefühle aus, die damals die Hirten bewegt haben mochten.
Weihnachten ist die Zeit der Wunder und der Wünsche. „Wunder geschehen nur denen, die daran glauben“ heißt es in Frankreich. Öffnen wir unsere Herzen für Gott und Jesus Christus? Seien wir dankbar für die kleinen Wunder, die uns geschenkt werden, statt auf das eine große Wunder zu warten.
„Macht die Türen auf, macht die Herzen weit!“ sangen alle gemeinsam, bevor der emotionale Höhepunkt der Andacht erreicht war, die Weihnachtswünsche.
Der Text "Das wünsch ich sehr, dass immer einer bei mir wär‘, der lacht und spricht: 'Fürchte dich nicht.' Das wünsch ich sehr, dass immer einer bei dir wär‘, der lacht und spricht: 'Fürchte dich nicht.' "
wurde zu Klaviermusik vorgelesen. Dann folgten Gedanken zu einzelnen Wünschen.
Kinder hatten Wunschzettel geschrieben. Haben wir Erwachsenen einen inneren Wunschzettel? Wünschen wir uns Dinge wie Uhren, elektronisches Spielzeug, eine Reise und und und…? Oder wünschen wir uns auch etwas von Gott? Vielleicht die Fähigkeit, geduldiger zu sein, vergeben zu können, friedliebender zu sein, bescheidener, dankbarer? Beziehen sich unsere Wünsche nur auf uns oder wünschen wir unseren Mitmenschen auch Gutes? Könnte es sein, dass Gott, wie die Kinder, einen Wunschzettel geschrieben hat, den er uns vorlegt? Was würde Gott sich von dir und mir wünschen?
Vor dem Altar war ein „Wunschkerzentisch“ aufgebaut. Wer einen Wunsch im Herzen trug, für sich und/oder andere, durfte eine Kerze anzünden und seinen Wunsch still in Gedanken formulieren oder aussprechen. Viele Wünsche, die auch Mitmenschen galten, wurden geäußert.
Am Ende der Andacht wurde für die Kinder das altbekannte Gedicht „Denkt euch, ich habe das Christkind gesehen“ vorgetragen. Danach sangen alle gemeinsam „Stille Nacht, heilige Nacht“ und waren festlich eingestimmt auf die Heilige Nacht und die Feier im Familienkreis.
Hirte Christian Köhler sprach das Schlussgebet und wünschte allen eine gesegnete Weihnacht.
Am Ausgang durften alle ein „Wunsch-Teelicht“ mitnehmen. Für die Kleinen gab es ein Minibuch über die Heilige Nacht.
Nicht alle gingen sofort nach Hause, so mancher nutzte die Einladung zum Austausch bei Punsch und Gebäck.
Text: Anke Rabhansl
Bilder: Andreas Lehmann