Der 9. August 2026 hatte ein besonderes Gepräge für die örtliche Kirchengemeinde in der Lindhardstraße. Ein Ehepaar, obwohl schon seit einigen Jahren standesamtlich getraut, wünschte sich den Segen Gottes zu seinem Ehestand. Bezirksevangelist Richard Bauer, der zuständige Bezirksvorsteher, feierte an diesem Tag den Sonntagsgottesdienst zusammen mit der Gemeinde sowie zahlreichen Festgästen und spendete den Eheleuten den Trausegen.
Mehrere Geigensoli mit Orgelbegleitung stimmten die Besucher bereits vor Beginn mit einfühlsamen Melodien auf den besonderen Anlass ein. Dann sang die Festgemeinde das gemeinsame Eingangslied „Herr, hier bring ich mein alles, Leib, Seel und Geist dir dar.“ (GB 120). Die Predigt selbst wurde von der kleinen Ochsenfurter Chorgruppe mit dem Lied „Anbetend deine Macht und Größe“ (CB 132) eingeleitet. Der folgenden Wortverkündigung lag ein Bibelwort aus dem Markusevangelium zugrunde:
„Jesus aber sprach: Lasst sie! Was bekümmert ihr sie? Sie hat ein gutes Werk an mir getan.“ (Mark. 14, 6)
Der Bezirksevangelist stellte zu Beginn den Textzusammenhang klar: Während Jesus kurz vor seinem Kreuzestod im Hause Simons des Aussätzigen zu Tisch saß, nahte sich ihm eine Frau mit einem kostbaren Salböl und goss dieses auf sein Haupt. Umstehende murrten über diese Verschwendung. Jesus aber verteidigte die Frau mit den Worten: „Sie hat getan, was sie konnte; sie hat meinen Leib im Voraus gesalbt zu meinem Begräbnis.“ (V. 8)
In seiner Bibelauslegung betonte Richard Bauer, die Frau habe das Kostbarste, das sie hatte, für die Salbung Jesu geopfert. In Bezug auf uns stelle sich die Frage, was für uns das Wertvollste sei. Jenseits aller materiellen Werte sei es doch unser Leben, das uns Gott geschenkt habe. Dieses sollten wir dem Herrn weihen und in seinen Dienst stellen, auch wenn andere Menschen in unserem Umfeld das nicht immer verstehen könnten.
Nach einem Predigtbeitrag durch Priester Gerd Rist und der Feier des Heiligen Abendmahls wandte sich der Bezirksvorsteher an das Ehepaar Alena und Andreas. Eingeleitet wurde die Handlung mit dem Chorlied „Herr, den ich tief im Herzen trage“ (CB 148).
In seiner Ansprache ging Richard Bauer auf den Umstand ein, dass die beiden längst ein Paar seien und keine Ratschläge für frisch Verheiratete bräuchten. Entscheidend sei jedoch der gemeinsame Herzenswunsch, den Segen Gottes zu ihrem Ehestand zu erhalten. Dieser möge sie durch ihr Leben begleiten und ihnen die Kraft geben, sich in allen Lebenslagen liebevoll beizustehen und zu unterstützen. Entsprechend ihrer Situation als längst Verheiratete gaben sich die beiden auch kein Jawort mehr, sondern legten vor Gott und der Gemeinde ein gegenseitiges Treuegelöbnis ab.
Nach der Spendung des Trausegens beendete der Bezirksvorsteher den denkwürdigen Gottesdienst mit dem Schlussgebet und dem trinitarischen Segen. Der Chor kleidete zum Abschluss seine Segenswünsche für das Paar in das Lied „Jesus, bleib in meinem Leben Weggefährte, bester Freund.“ (CB 307). Anschließend hatten alle Anwesenden die Möglichkeit, Alena und Andreas zu gratulieren und sich noch bei einem kleinen Imbiss auszutauschen, den die beiden im Foyer vorbereitet hatten.
Text: B.-U. Groß
Fotos: S. Römer