Etwa jede vierte Frau, die in Deutschland lebt, ist mindestens einmal in ihrem Leben Opfer körperlicher, psychischer oder sexualisierter Gewalt durch aktuelle oder frühere Partner geworden. Auch die Kinder der betroffenen Frauen sind Opfer. Dabei zieht sich häusliche Gewalt durch alle Gesellschaftsschichten. Nach wie vor werden jedoch die meisten Fälle nicht angezeigt, denn häusliche Gewalt ist gesellschaftlich immer noch ein Tabuthema. Somit ist die Dunkelziffer hoch. Während der Corona-Pandemie ist die Zahl der Beratungen bei häuslicher Gewalt angestiegen.
„Human aktiv“, der Förderverein der Neuapostolischen Kirche Süddeutschland, unterstützt die von Gewalt betroffenen Frauen und ihre Kinder in diesem Jahr mit insgesamt 200.000 EURO. Auch im Kirchenbezirk Erlangen-Würzburg konnten einige Frauenhäuser mit einer finanziellen Spende unterstützt werden.
6.000 EURO für das Frauenhaus in Schweinfurt
Vor über 40 Jahren wurde das Frauenhaus in Schweinfurt gegründet, in dem heute 13 hauptamtlich Beschäftigte sowie zehn ehrenamtliche Mitarbeiterinnen ihrer Arbeit nachgehen. Insgesamt verfügt das Frauenhaus über acht Dreizimmer-Wohnungen, wobei sich zwei Frauen eine Wohnung teilen. Hierbei hat jede mit ihren Kindern ein eigenes Zimmer. Alle anderen Zimmer werden dagegen gemeinsam genutzt. Nach über 30 Jahren Nutzungszeit haben die Küchenschränke in den Küchen ausgedient und werden nun mit Hilfe der Spende an den Küchenfronten erneuert. „Wir danken sehr herzlich für die großzügige Spende und können nun endlich die Küchenschränke in den drei Wohnungen instand setzen lassen,“ sagte Dagmar Flakus (Fachliche Leitung des Frauenhauses). Die Verweildauer der Frauen mit ihren Kindern beträgt durchschnittlich 88 Tage, bevor sich ihre Situation ins Positive ändert.
Fachlicher Vortrag bei den Senioren
Am 10. Oktober 2023 war Sabine Dreibholz im Seniorenkreis der neuapostolischen Kirchengemeinde Schweinfurt geladen um über ihre Arbeit und ihre Erfahrungen im Frauenhaus zu berichten. Es entwickelte sich ein sehr interessanter Dialog, wobei die Senioren ihre vielen Fragen sach- und fachgerecht beantwortet bekamen. Beate Sacher, Seniorenbeauftragte der Kirchengemeinde, bedankte sich im Namen alle Anwesenden sehr herzlich bei Sabine Dreibholz für die neuen Einblicke in dieses schwierige Thema.
5.765 EURO für das Frauenhaus in Würzburg
„Vielen Dank, dass Sie unsere Arbeit unterstützen! Wir werden das Geld dafür verwenden, Duschkabinen in den Wohnungen unseres Frauenhauses an Stelle der bisherigen Duschvorhänge einzubauen.“ Mit diesen Worten bedankte sich Frau Theresa Jörg, Leiterin des Frauenhauses des Sozialdienstes Katholischer Frauen e.V., für die Spende.
Das 1980 gegründete Frauenhaus in Würzburg steht jeder Frau - alleine oder mit Kindern - bei akuter oder drohender körperlicher, seelischer und/oder sexueller Gewalt offen. Es bietet Platz für sechs Frauen und sechs Kinder. Die durchschnittliche Verweildauer beträgt 46 Tage. Manchmal sind die Frauen nur ein bis zwei Tage im Haus. Die Aufnahme erfolgt unabhängig von Konfession und Nationalität und bietet den betroffenen Frauen und Kindern einen vorübergehenden geschützten, sicheren und anonymen Wohnraum. Jede Frau ist für sich und ihr Kind/ihre Kinder selbst verantwortlich und organisiert ihren Tagesablauf selbst.
Text: Jörg Sacher, Andreas Lehmann
Fotos: Jörg Sacher, Stefanie Wohlfart