Am Sonntag, den 26. April 2026, durfte die neuapostolische Kirche Bad Kissingen ein besonderes Fest feiern: das 75-jährige Gemeindejubiläum mit einem Tag der offenen Tür, der unter dem Motto "Gestern. Heute. Morgen." stand. Viele aktuelle und ehemalige Gemeindemitglieder sowie interessierte Gäste besuchten an diesem sonnigen Tag die Kirche in der Columbiastraße, um den Festgottesdienst mit Bischof Marco Metzger zu feiern und die Möglichkeit zum Austausch zu nutzen. Der Kissinger Oberbürgermeister, Dr. Dirk Vogel, richtete ein Grußwort an die Gottesdienstbesucher. Und der Gemeindevorsteher, Priester Jens Blättermann, berichtete aus der facettenreichen Gemeindechronik.
Als Bibelstelle für den Gottesdienst verwendete der Bischof das folgende Wort aus dem Philipperbrief:
Und ich bin darin guter Zuversicht, dass der in euch angefangen hat das gute Werk, der wird’s auch vollenden bis an den Tag Christi Jesu. (Philipper 1,6)
Marco Metzger sprach in seiner Predigt davon, dass die Gemeinde Bad Kissingen kein "Zufall" sei. Gott habe dafür gesorgt, dass sich Menschen zusammenfänden, um Gemeinschaft in Jesus Christus zu pflegen. Wenn man von den Geschichten dieser Menschen - den Gründern der Gemeinde - höre, frage man sich, ob man heute genauso handeln würde. Es habe viel Mut dazugehört, das Evangelium in die Welt hinaus zu tragen.
Im Folgenden erläuterte er, dass die Bibelstelle auf das Wiederkommen Christi anspiele. Der Schreiber des Briefes wolle, dass die Gläubigen eine gewisse Zuversicht auf eben diese Verheißung im Herzen wachhielten. Schließlich stamme dieses Versprechen nicht von irgendwem, sondern von Jesus Christus selbst. Auch dieser sei versucht worden. Und doch sei er standhaft geblieben. Nun müssten wir uns fragen: Sind wir geduldig genug? Können wir standhaft und in der Erwartung fest bleiben?
Es sei, so der Bischof weiter, in der Vergangenheit nicht immer alles gut gewesen, und auch heute gebe es manche Unvollkommenheiten. Doch darauf komme es nicht an. Wichtig sei, den Wert der Gemeinde hochzuhalten. Wo werde Hilfe gebraucht? Wo suche man ein offenes Ohr? Könnten wir nicht einfach einmal für den anderen da sein und für ihn beten, wenn er in Not ist? Um solche Situationen zu erkennen, sollten sich die Gläubigen immer vom Heiligen Geist inspirieren lassen.
Der Gottesdienst wurde von musikalischen Beiträgen des gemischten Chors, eines Jugendchors und eines Instrumentalensembles umrahmt. Nach dem Gottesdienst lud ein reichhaltiges Buffet alle Anwesenden dazu ein, den weiteren Tag auf dem Kirchengrundstück zu verbringen und miteinander ins Gespräch zu kommen.
Text: J.R.
Bilder: J.R., J.S.