Am 1. September 2024 feierte Apostel Arne Herrmann den Sonntagsgottesdienst in der neuapostolischen Kirche Würzburg. Dazu eingeladen waren die Nachbargemeinden Karlstadt, Kitzingen und Ochsenfurt. Zwei Diakone wurden an diesem Morgen in den Ruhestand versetzt und ein Priester zum stellvertretenden Vorsteher für Ochsenfurt und Kitzingen ernannt.
Dem Gottesdienst lag ein Bibelwort aus dem Propheten Jesaja zugrunde:
„Um Zions willen will ich nicht schweigen, und um Jerusalems willen will ich nicht innehalten, bis seine Gerechtigkeit aufgehe wie ein Glanz und sein Heil brenne wie eine Fackel,“ (Jes. 62, 1)
Zu Beginn seiner Predigt wandte sich der Apostel zunächst an die Kinder und freute sich über ihre Anwesenheit. Auf kindgerechte Weise stimmte er sie auf den Gottesdienst ein, und zwar mit dem Thema Schatzsuche. Manchmal müsse man sogar nach Schätzen graben. Und wer einen Schatz gefunden habe, wolle ihn auf keinen Fall wieder verlieren. Unser Himmlischer Vater behandle die Kinder auch wie einen Schatz, und er setze alles daran, dass sie nicht verloren gehen. In gleicher Weise seien die Erwachsenen in der Gemeinde Schätze Gottes, denen er wie den Kindern seine ganze Liebe schenke und von denen er sich nicht abwende.
Im Umfeld des Bibelwortes werde deutlich, wie sich jedoch die Bewohner von Jerusalem, gerade aus der babylonischen Gefangenschaft zurückgekehrt, von Gott verlassen fühlten. Die Stadt lag in Trümmern, und sie lebten in Bedrängnis und Trauer. Der Prophet dagegen machte der Gemeinde Mut und versprach nicht aufzuhören, zu Gott zu rufen, bis dem Volk Heil und Gerechtigkeit widerfahren sei.
Übertragen auf unsere Situation heute, so Arne Herrmann weiter, komme in mancher Anfechtung, Not oder Bedrängnis ebenso das Gefühl auf, von Gott verlassen zu sein. Das Wort Gottes aber bestärke uns in unserem Glauben, dass er uns niemals verlasse, sondern sich uns immer wieder zuwende. Wir seien ja seine Schätze. Deshalb sollten auch wir uns ihm stets zuwenden und uns zu ihm bekennen, trotz einer inzwischen säkularisierten Umwelt, in der der christliche Glaube kaum noch eine Rolle spielt.
Im Anschluss wurde Bezirksevangelist Richard Bauer um eine Predigtzugabe gebeten.
Nach der Feier des Heiligen Abendmahls setzte der Apostel Diakon Klaus Böhnlein aus Würzburg und Diakon Volker Kauert aus der Gemeinde Karlstadt altershalber in den wohlverdienten Ruhestand.
In seinen Dankesworten würdigte er den langjährigen Einsatz der beiden Amtsträger in ihren Gemeinden. So habe Klaus Böhnlein schon gleich nach seiner Ordination 1989 den Konfirmandenunterricht übernommen und mit viel Herzblut etliche junge Brüder und Schwestern auf ihre Konfirmation vorbereitet. Daneben habe er sich stets zuverlässig um die Lautsprecher- und Übertragungstechnik im Kirchengebäude gekümmert. Volker Kauert wiederum, ordiniert 1995, habe zunächst in der Gemeinde Lohr neben seiner seelsorgerischen Tätigkeit die Orgel gespielt und den Chor geleitet und nach der Schließung des Standortes ab 2011 unvermindert zuverlässig und fleißig mit seinen Gaben in der Gemeinde Karlstadt gedient.
Im Anschluss wurde Priester Gerd Rist aus der Gemeinde Kitzingen zum stellvertretenden Vorsteher für Ochsenfurt und Kitzingen ernannt. Der Apostel wünschte ihm Gottes reichen Segen für sein zukünftiges Wirken und für die Unterstützung von Priester Heinz-Jörg Herrmann, dem bisherigen Vorsteher. Beide Gemeinden setzen schon seit mehreren Jahren auf Kooperation, d.h. sie feiern gemeinsam die Gottesdienste abwechselnd an beiden Standorten.
Text: Bernd-Uwe Groß
Fotos: Gundbert Banik