Am 24. August 2025 wurde das beschauliche mittelalterliche Städtchen Prichsenstadt, am Fuße des Steigerwalds gelegen, zu einem besonderen Gottesdienstort für die neuapostolische Kirchengemeinde Ochsenfurt. Das Ehepaar Marion und Willi Kalina, früher Gemeinde Kitzingen, feierte seine diamantene Hochzeit im Rahmen eines Sonntagsgottesdienstes, den Bezirksevangelist Richard Bauer in der altehrwürdigen evangelisch-lutherischen Kirche Prichsenstadt leitete.
Zu Beginn seiner Predigt sprach der Bezirksvorsteher Herrn Pfarrer Martin Voß und der evangelischen Kirchengemeinde seinen Dank dafür aus, dass er das schöne Gotteshaus für diesen besonderen Anlass zur Verfügung gestellt hatte. Die Wahl war auf Prichsenstadt mit seiner historischen Kirche gefallen, weil hier auch die Feier mit zahlreichen Gästen aus der Ferne stattfinden sollte, die alle vor Ort übernachteten.
Richard Bauer gab zunächst einen kurzen Überblick über die Geschichte des Gebäudes. Die Anfänge der heutigen Stadtkirche gehen auf das 14. Jahrhundert zurück. Während der Reformation wurde Prichsenstadt protestantisch und blieb es bis auf den heutigen Tag. Während der letzten 500 Jahre erlebte das Gotteshaus manche Zerstörung, manchen Umbau und manche architektonische Erweiterung, wie zum Beispiel den mächtigen Glockenturm. Die letzte umfassende Renovierung vor einigen Jahren lässt die Kirche in neuem Glanz erstrahlen und bringt die Lichtflut in ihrem Inneren wunderbar zur Geltung.
Der Gottesdienst und das aus dem Buch Josua entlehnte Bibelwort standen ganz im Zeichen des besonderen Hochzeitsjubiläums:
„…Sei getrost und unverzagt. Lass dir nicht grauen und entsetze dich nicht; denn der Herr, dein Gott, ist mit dir in allem, was du tun wirst.“ (Jos. 1, 9)
Gott habe mit diesem Wort Josua und das Volk Israel auf den Einzug in das verheißene Land vorbereiten wollen. Er habe damit aber nicht vorhergesagt, dass dieses Ziel ohne Mühen und Schwierigkeiten erreicht werden könne, so der Bezirksevangelist weiter. Gottes Trost und Zuspruch sowie das Versprechen seiner Nähe hätten auch das Jubelpaar über sechs Jahrzehnte begleitet, obwohl sich die beiden im Laufe ihres Lebens vielen Herausforderungen stellen mussten. Das Bibelwort sei deshalb nicht nur Grundlage des Gottesdienstes, sondern auch Geleitwort für die Zukunft des Ehepaares Kalina.
Priester Volker Ballüer wurde anschließend um einen ergänzenden Predigtbeitrag gebeten.
Nach der Feier des Heiligen Abendmahls leitete ein besonderer Gesangsvortrag die Segenshandlung ein. Es erklang ein Arrangement des bekannten Kirchenliedes „Ich brauch dich allezeit“ (GB 199). Von der Orgel begleitet, trug Volker Ballüer zunächst die ersten drei Strophen als Solist vor, bis dann der kleine gemischte Chor der Gemeinde Ochsenfurt in die fünfte Strophe mit einstimmte.
In seiner Ansprache stellte Richard Bauer den Zusammenhang zwischen dem Lied und dem Bibelwort aus dem Buch Josua her. Er übertrug die Gedanken auf die lange Wegstrecke, die Marion und Willi Kalina, der frühere Priester in der ehemaligen Gemeinde Kitzingen, in Treue, Liebe und gegenseitigem Verständnis dank der Hilfe Gottes miteinander zurückgelegt hatten. Auch für die Zukunft wünschte er den beiden, dass ihre Liebe zueinander nie versiege. Dann spendete er Ihnen den Segen des dreieinigen Gottes.
Nach dem Schlussgebet bildete ein weiterer Solovortrag einen feierlichen Abschluss dieses denkwürdigen Sonntags in der evangelisch-lutherischen Kirche Prichsenstadt. Angela Kalina, die Schwiegertochter der Jubilare, trug das bekannte „Ave Maria“ von Franz Schubert vor. Einfühlsam begleitet wurde sie dabei auf der Orgel. Die Zuhörerinnen und Zuhörer bedankten sich für diesen Abschluss mit einem langanhaltenden Applaus.
Abschließend sei noch der Mesnerin, Frau Kunze, ganz herzlich für ihre Mithilfe beim Altarschmuck und bei der Vorbereitung des Kirchenraums gedankt. Sie trug nicht unwesentlich zum reibungslosen organisatorischen Ablauf des Gottesdienstes bei.
Text: Bernd-Uwe Groß
Fotos: Sigrid Römer